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Integrationscoaching und psychosoziale Hilfen

Die Wiedereingliederung von Straffälligen mit psychischen Auffälligkeiten erweist sich als besonders schwierig. Auf der einen Seite werden spezifische Anforderungen an die Interaktion mit ihnen gestellt, auf der anderen Seite sind die Möglichkeiten der Betreuung, Unterstützung und Vermittlung wenig bekannt. Das Feld der Nachsorge ist sehr unübersichtlich. Im Bereich der Entlassungsvorbereitung in der JVA besteht ein hoher Bedarf an Kenntnissen der Vermittlung von Klienten, die psychisch auffällig sind, aber keine Krankheitseinsicht zeigen und ihren Alltag nicht geregelt bekommen.

Mit der Stelle eines Gesundheitscoaches versucht das Modellprojekt hier erste Lösungsformen zu entwickeln. Auf der einen Seite steht die Betreuung und Unterstützung der Klienten an, auf der anderen die Erfassung und der Aufbau eines Netzwerkes der betroffenen Institutionen (JVA, psychosoziales Hilfesystem)

Das Projekt will hier auf drei Ebenen ansetzen:

1. Integrationscoaching: Umgang mit den Klienten - Betreuung und Unterstützung.
Hier sind als erster die entsprechenden Kontakte zu erstellen und das Projekt bekannt zu machen. Ansprechpartner werden sein: der Entlassungsvorbereitungspool in der JVA, allgemein die JVA; die Sozialen Dienste der Justiz. Weitere Klienten werden durch Freie Träger ggf. zugewiesen werden. Mit den Klienten ist ein erster Kontakt zu erstellen und ihre Situation zu erfassen. Entsprechende Unterstützungsleistungen sind zu organisieren. Begleitung zu Ämtern und Behörden und anderen Einrichtungen; ggf. aufsuchende Arbeit; zentral: Motivationsarbeit; Planung und Regelung notwendiger Schritte zum besseren Alltagsmanagement; ggf. Vermittlung in geeignete Ausbildung und Beschäftigung. Unterstützung und Beratung zur Orientierung des Klienten im Hilfesystem - an "richtiges" Hilfesystem weiterleiten und ggf. begleiten.

2. Vernetzung der Hilfesysteme für psychisch kranke Menschen, suchtkranke Menschen, straffällige und wohnungslose Menschen, Erfassung der Möglichkeiten u.a. in diesem Bereich:
Unterstützungsmöglichkeiten, welche Angebote, welche Fördermöglichkeiten - wie ist das System der Unterstützung für psychisch auffällige Personen in Bremen organisiert. Hier gilt es zum einen dieses System zu erfassen und zum anderen nach Möglichkeit ein entsprechendes Netzwerk anzuregen und aufzubauen. Angestrebt wird eine Verbesserung der Versorgung des Personenkreises.
Dazu gehören insbesondere die Jobcenter, das Sozialamt, ansässige Ärzte, das Gesundheitsamt, die Behandlungszentren, die Suchtberatungsstellen, das AfSD, die ZfW, die beteiligten freien Träger. Gesucht werden auch: besondere Anlaufstellen, Möglichkeiten in der Arbeitsförderung, Arbeitsgelegenheiten (bis hin zur Frage: benötigen wir hier einen geschützten Arbeitsbereich).
Aktuelle Versorgungslücken und Veränderungen sind zu erkennen (neue Konzepte und Angebote sind zu entwickeln). Die Erreichbarkeit von Behandlungszentren, Gesundheitsamt als zuständige Akteure ist ebenfalls zu verbessern. Insgesamt sollte eine bessere Vernetzung und Ausschöpfung der Ressourcen in vorhandenen Hilfesystemen (Straffällige, Sucht, psychisch Auffällige, Obdachlose) erreicht werden.

3. Ggf. Organisation von Fortbildung/Training von Personal im Umgang mit der Klientel und der Problematik (Aufklärung und Information über psychische Erkrankungen - mit dem Ziel, das Krankheitsverständnis und den selbstverantwortlichen Umgang mit der Krankheit zu fördern (spezifische Kenntnisse des Personals über psychische Erkrankungen, Komorbiditäten, Sucht erforderlich).

Das Projekt wird durch den Verein Hoppenbank umgesetzt.